
- Beleuchtetes Schachtzeichen - nicht der Vollmond - Alexandra Döll
Bereits für den Abend des 28. Mai 2010 lag eine Sondergenehmigung der Bezirksregierung vor, sodass bereits ab 22 Uhr beleuchtete Schachtzeichen über dem Ruhrgebiet zu sehen waren. Voraussetzung hierfür war, dass der beleuchtete Ballon entsprechend von den freiwilligen Helfern und Paten beaufsichtigt wurde. In den Programmen zu den jeweiligen Schachtzeichen wird dies als Nacht-Zeichen deklariert.
Von Frohnhausen-Süd aus war ein beleuchtetes Schachtzeichen über dem unmittelbar angrenzenden Mülheim-Heißen in der Nähe des Rhein-Ruhr-Zentrums zumindest temporär zu sehen.
Schachtzeichen - das Finale
Am Abend des 30. Mai 2010 werden alle Schachtzeichen wieder abgelassen, größtenteils mit entsprechendem Rahmenprogramm. Vorher werden jedoch die bereits erwähnten Nachtzeichen als großes Finale über dem Ruhrgebiet zu sehen sein.
Der Borbecker Bürger- und Verkehrsverein e. V. (BBVV) im Norwesten Essens, der für die Betreuung des Ballons an der ehemaligen Zeche Wolfsbank am Wolfsbankring 36 verantwortlich ist, veranstaltet am 30. Mai 2010 von 18 bis 20 Uhr ein Rahmenprogramm zur Einholung des Ballons mit Live-Musik und Tanz. Gleichzeitig findet eine Preisverleihung für den Luftballonwettbewerb und das Bergbau-Quiz statt.
Beim Wolfsbankring handelt es sich um ein Gewerbegebiet, das unmittelbar an den Ortskern von Essen-Borbeck angrenzt. Supermärkte sind dort ebenso ansässig wie ein Küchen-Studio, ein Renault-Autohaus und eine Filiale der Tiernahrungskette Fressnapf.
Im Großraum Borbeck finden sich neben dem Schachtzeichen am Wolfsbankring weitere gelbe Ballons an der ehemaligen Zeche Neuwesel (Schlossstraße, ebenfalls Borbeck), an der Schacht-Kronprinz-Straße in Schönebeck und an der ehemaligen Zeche Levin im Gewerbegebiet Heinz-Bäcker-Straße in Dellwig.
Das Wetter als Störfaktor für die Schachtzeichen
Bereits am 24. Mai 2010, also zwei Tage nach Auflassen der gelben Ballons, war geplant, die Schachtzeichen in den Nachtstunden zu beleuchten, doch spielte in diesem Fall das Wetter nicht mit. Während am Samstag vor Pfingsten, also am Tag des Auflassens, ruhiges, frühsommerliches Wetter mit ungetrübtem Sonnenschein geherrscht hatte, bestand bereits für Pfingstsonntag eine Unwetterwarnung für das Ruhrgebiet, zudem wehte der Wind so heftig, sodass die Ballons aus Sicherheitsgründen gar nicht erst aufgelassen wurden.
Auch wenn das Ruhrgebiet am Pfingstwochenende 2010 weitestgehend von Gewittern verschont blieb, regnete es am Pfingstmontag und auch an einigen darauffolgenden Tagen, sodass weder die erste Aktion "Nacht-Zeichen" in die Tat umgesetzt werden konnte noch dass die Schachtzeichen ständig am Himmel stehen konnten. Auch am 29. Mai 2010 ist fraglich, ob die Nacht-Zeichen tatsächlich in den Himmel steigen können - am Nachmittag ist das Wetter über Essen und Umgebung zwar heiter bis wolkig, aber für den Abend sind erste Regenfälle angekündigt.
Nicht alle Schächte haben ein Zeichen bekommen
Über dem gesamten Ruhrgebiet waren 311 Schachtzeichen zu sehen, 52 davon in Essen. Zu Zeiten des aktiven Bergbaus in der Region existierten jedoch um die 1.000 Schachtanlagen, in denen Steinkohle gefördert wurde, sodass lediglich ein Drittel aller Schächte ein temporäres Denkmal in Form eines gelben Ballons erhalten hat.
In Schönebeck beispielsweise existierte neben Schacht Kronprinz auch Schacht Franz. An dessen Existenz erinnert noch die nach ihm benannte Schacht-Franz-Straße. Ein eigenes Schachtzeichen gab es dort jedoch nicht zu sehen; vermutlich, weil es sich bei der Schacht-Franz-Straße um ein reines Wohngebiet handelt.
Ebenfalls in Schönebeck, jedoch weiter südlich, existierte ein weiterer Schacht der Zeche Wolfsbank, deren Hauptbetrieb jedoch, wie bereits erwähnt, in Borbeck stattfand. Obwohl sich das Karrée dieses Nebenschachtes zwischen Herbrüggenstraße, Heißener Straße, Heidbusch und Pollerbecks Brink erstreckte, wurde auch dort kein Schachtzeichen aufgelassen. Lediglich am Verbindungsweg zwischen Heidbusch und Pollerbecks Brink erinnert ein Stein mit einer Gedenktafel an dessen Existenz, dies jedoch bereits seit mehreren Jahren. Auch dieses Schachtzeichen hätte sich inmitten eines reinen Wohngebiets befunden. Möglicherweise sprachen logistische Gründe gegen das Auflassen eines Schachtzeichens in reinen Wohngebieten ohne Gewerbeansiedlungen und Industriebrachen.
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Bildnachweis:
Alle Fotos: (c) Alexandra Döll
