
- Baldeneysee bei Sonnenaufgang - Andreas Fiedler, Pixelio
Die Ruhr durchfließt Essen von Ost nach Süd. In Steele-Horst tritt sie ins Essener Stadtgebiet ein und fließt kurz hinter Kettwig im Südwesten der Stadt weiter in die Nachbarstadt Mülheim an der Ruhr, wobei Kettwig erst 1980 nach Essen eingemeindet wurde, früher gehörte dieser Stadtteil zu Mülheim.
Der Baldeneysee als Trinkwasserreservoir
Bei dem Baldeneysee, der sich zwischen den Stadtteilen Kupferdreh, Heisingen und Werden erstreckt, handelt es sich um einen aus der Ruhr gespeisten Stausee, aus dem die Essener und die Bewohner der Nachbarstädte zirka 85 Prozent % ihres Trinkwassers beziehen. Die übrigen 15 Prozent des Trinkwassers stammen aus dem Rhein-Herne-Kanal (13 Prozent), der durch den Essener Norden und Nordwesten verläuft sowie aus der Emscher (zwei Prozent), die über weite Strecken parallel zum Kanal fließt.
Gerade weil es sich bei dem Baldeneysee um das Trinkwasserresevoir von Essen und Umgebung handelt, ist die motorisierte Schifffahrt dort verboten. Selbige ist lediglich auf den anderen Teilstücken der Ruhr außerhalb des Sees gestattet. Auf dem Baldeneysee finden sich somit viele Hobbysegler und Surfer. Auch eine Regattastrecke mit entsprechender Zuschauertribüne am Ufer ist vorhanden. Ansonsten werden die Ufer des Baldeneysees rege von Spaziergängern, Joggern, Inline-Skatern und Radfahrern benutzt, wobei es schon häufiger zu Konflikten zwischen den einzelnen Gruppen, die am See unterwegs waren, gekommen ist.
Unmittelbar am Stauwehr zwischen Ruhr und Baldeneysee in Werden wurde ein altes Turbinenkraftwerk zu Mehrfamilienhäusern umgebaut.
Geschichtsträchtige Stadtteile an der Ruhr: Werden und Kettwig
Essen-Werden wurde bereits im Jahr 799 n. Chr. urkundlich erwähnt. Die ehemalige Abteikirche St. Ludgerus wurde im selben Jahr zusammen mit dem Kloster erbaut. Nach einigen größeren Bränden konnte die Kirche um 1275 wieder eingeweiht werden. Heute steht sie im Zentrum Werdens unmittelbar an der B224. Im ehemaligen Abteigebäude, im Schatten der Kirche, befindet sich die Folkwang-Hochschule für Musik, Tanz und Theater, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Parkt man sein Auto auf dem direkt nebenan gelegenen großen Parkplatz mit dem Namen Platz der alten Tuchmacherei kann man gerade im Sommer häufig das Musizieren der Studierenden hören.
Werden wird häufig als „Perle Essens“ bezeichnet, weil es dort viele historische Baudenkmäler gibt, die von den Bomben des Zweiten Weltkriegs verschont geblieben sind.
Kettwig besticht insbesondere durch seine historische Altstadt mit vielen hübschen Fachwerkhäusern. Ein weiterer Publikumsmagnet ist Schloss Hugenpoet, das im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Das Schloss liegt allerdings abseits von der Ruhr und vom historischen Zentrum des Stadtteils. Die Städte Ratingen und Düsseldorf sind nicht mehr allzu weit entfernt und über eine kurvenreiche Landstraße schnell mit dem Auto zu erreichen.
Der Name „Hugenpoet“ stammt aus dem Altdeutschen und bedeutet eigentlich „Krötenpfütze“. Ein Gast, der im schlosseigenen Hotel übernachten und frühstücken möchte, sollte allerdings ein dickes Polster an Kröten im Portemonnaie haben, da eine Übernachtung inklusive Frühstück je nach Zimmerkategorie zwischen 215 und 975 Euro kostet.
Freizeitmöglichkeiten zwischen Werden und Kettwig
Abgesehen von den bereits erwähnten Radtouren und Spaziergängen am Ufer der Ruhr besteht die Möglichkeit, sich an den zahlreichen Verleihständen am Flussufer ein Tret- oder Ruderboot zu mieten. Die Weiße Flotte – sowohl die Ausflugsschiffe der Stadt Essen als auch die der Stadt Mülheim – pendeln regelmäßig zwischen Werden, Kettwig und dem Mülheimer Wasserbahnhof.
Ein weiteres besonderes Angebot für alle Freizeitkapitäne ist die so genannte Grüne Flotte der Stadt Mülheim, bei der verschiedene Haus- und Ruderboote gemietet werden können. Das Besondere an den Hausbooten ist, dass diese nicht motorbetrieben sind, sondern stattdessen wie ein Tretboot fortbewegt werden müssen.
Freizeitkapitäne mit Motorbooten oder sogar kleinen Privatschiffen nutzen das Teilstück der Ruhr zwischen dem Stauwehr in Werden und Mülheim häufig für eine Bootsfahrt.
Gastronomische Highlights entlang der Essener Ruhr
Hierzu zählt neben diversen Cafés und Restaurants in der Kettwiger Altstadt das Restaurant-Café Am Kattenturm, das über eine große Sonnenterrasse verfügt, die insbesondere in der warmen Jahreszeit rege genutzt wird. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine stark frequentierte Minigolfanlage.
Am Werdener Markt, in unmittelbarer Nähe der Abteikirche, steht Kika’s Eiscafé. Auch wenn das Café unmittelbar an der Brückstraße (B224) mit hohem Verkehrsaufkommen in beiden Fahrtrichtungen (Essen-Zentrum/Velbert) liegt, so erfreut es sich dennoch großer Beliebtheit bei den Werdenern und Besuchern des Stadtteils, zumal es an einem sonnigen Platz mit Brunnen liegt. Die Schlange von Menschen, die lediglich ein Eis „auf die Hand“ essen wollen, ist oft sehr lang.
Einige Kilometer weiter flussaufwärts, am Knotenpunkt Ruhrallee/Westfalenstraße/Rellinghauser Straße befindet sich eine Filiale des Steakhaus Drago, auch als Zornige Ameise bekannt. Vom Interieur her erinnert der kleine Kotten an ein altes Jagdhaus. Das Essen ist dort relativ preiswert, aber qualitativ gut. Das Lokal verfügt zudem über eine große Sonnenterrasse mit Blick auf die Ruhr.
In unmittelbarer Nähe der Zornigen Ameise steht eine an eine spanische Finca erinnernde Filiale der Bar Celona, die neben einem Mittagstisch für die Angestellten der Firmen in der Umgebung auch Cocktails, Snacks, Kaffee und Kuchen bis in die späten Abendstunden hinein anbieten. Insbesondere die erste Etage der Bar besticht mit gemütlichen Sitzgruppen und Außenbalkonen, auf denen ebenfalls in gepflegter Atmosphäre geklönt und gegessen werden kann. Ein großer Parkplatz gehört ebenso zum Haus wie eine geräumige Sonnenterrasse, die teilweise am Fußweg entlang der Ruhr gelegen ist. Nach einer Stärkung in der Zornigen Ameise oder in der Bar Celona können Besucher wahlweise in Richtung Steele oder Rellinghausen laufen beziehungsweise radeln.
