Die ehemalige Zeche Levin in Essen

Zeche Amalie: verschwestert mit Zeche Levin - Jörn André Klatt, Pixelio
Zeche Amalie: verschwestert mit Zeche Levin - Jörn André Klatt, Pixelio
Obwohl die Zeche Levin mit zwei Schächten von 1857 bis 1960 in Betrieb war, erinnert heute kaum noch etwas an sie.

Die Zeche in Dellwig im Essener Nordwesten erhielt ihren Namen von dem damaligen Direktor des Kölner Bergwerkvereins, Christian Lemmé Levin. Neben der Zeche Levin wurden ab 1856 weitere Bergwerke konsolidiert, beispielsweise im benachbarten Bottrop-Ebel. Schacht I der Zeche Levin befand sich an der Rollstraße, einer heute unscheinbaren Seitenstraße mit einem kleinen Zementwerk, die von der Rauchstraße abzweigt. Die Rauchstraße wiederum stellt die Verbindung zwischen der Prosperstraße und der Levinstraße dar.

Die Geschichte der Zeche Levin im 19. Jahrhundert

Durch finanzielle Schwierigkeiten und Probleme mit Wassereinbrüchen von der nahe gelegenen Emscher konnte die Förderung der Steinkohle erst vollumfänglich im Jahr 1873 aufgenommen werden, da zur Stabilisierung und Sicherung der Schächte größerer Kapitalbedarf bestand. Im gleichen Jahr wurde auf dem Gelände der Zeche eine Kokerei eröffnet. 1881 kam es zu einem erneuten Wassereinbruch, sodass der Schacht teilweise verfüllt werden musste. Nach erneutem Abteufen und standsicherem Ausmauern wurde der Förderbetrieb erst 1889 wieder vollumfänglich aufgenommen.

Bereits im 19. Jahrhundert bestand eine enge Kooperation mit der benachbarten Zeche Neu-Cöln, auch wenn deren Schächte zunächst strikt gegen die der Zeche Levin abgedämmt wurden.

Die Zeche Levin zwischen 1900 und 1945

1914 wurde der Rhein-Herne-Kanal fertiggestellt, eine wichtige Wasserstraße des Ruhrgebiets, die den Dortmund-Ems-Kanal und den Rhein im Duisburger Hafen miteinander verbindet. Die Zeche Levin erhielt einen eigenen Hafen. Das kleine Hafenbecken ist bis heute gut zu erkennen, es erinnert jedoch nichts mehr an den Bergbau. Der eigentliche Essener Stadthafen liegt etwa zwei bis drei Kilometer weiter nördlich in Vogelheim/Altenessen.

1928 wurde der Förderbetrieb im Schacht Levin II aufgenommen, im gleichen Jahr wurde auf dem Gelände der Zeche eine Brikettfabrik eröffnet. 1931 wurde zwar die Steinkohleförderung auf der Zeche Neu-Cöln eingestellt, aber deren Schächte gehörten nun zur Zeche Levin. Im gleichen Jahr wurde die Kokerei aufgegeben. Im Jahr 1944 musste die Zeche die Kohleförderung wegen massiver Kriegsschäden einstellen, im März 1945 wurde das Bergwerk zunächst aufgegeben, da auch die dazugehörige Wasserhaltungsanlage nach einem Granatfeuer nicht mehr betrieben werden konnte.

Die Zeche Levin nach dem Krieg

Unmittelbar nach dem Krieg wurde die Zeche wieder aufgebaut und blieb bis 1960 in Betrieb. Die Brikettfabrik war bereits 1945 stillgelegt worden und wurde nicht mehr in den Neuaufbau mit einbezogen. 1958 wurde die Bleierzförderung eingestellt. Bis zu ihrer Schließung 1960 hatte die Zeche Levin mit ihren beiden Schächten sowie den Schächten Neu-Cöln I und II jährlich 260.000 Tonnen Steinkohle und 40.000 Tonnen Bleierz gefördert. Bis zu 1.854 Kumpel waren auf der Zeche Levin beschäftigt.

Bis 1966 waren alle ehemaligen Schächte verfüllt und sämtliche zur Zeche gehörenden Gebäude abgerissen. Heute befinden sich auf dem Gelände der ehemaligen Zeche unter anderem ein Gewerbegebiet (Haus-Horl-Straße/Heinz-Bäcker-Straße) und ein Tanklager, das ebenfalls an der Haus-Horl-Straße liegt.

Was erinnert in Dellwig und Umgebung noch an die Zeche Levin?

Auch wenn von den Gebäuden nichts mehr übrig geblieben ist, so finden sich immer noch Hinweise auf die Zeche Levin sowie ihre „Schwesterzeche“ Neu-Cöln:

  • Die Levinstraße. Sie zweigt vom Weidkamp in westlicher Richtung ab und mündet schließlich in die Rauchstraße. Genau an diesem Knotenpunkt steht ein altes, burgähnlich anmutendes Gebäude im ehemals typischen Ruhrpott-Grau. Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich die Gaststätte Zeche Levin. Von der Zeche Levin führt ein Weg hinunter zum Rhein-Herne-Kanal, wo man auch das ehemals zur Zeche gehörige Hafenbecken sehen kann. Die Levinstraße selbst ist heute reines Wohngebiet
  • Vor dem katholischen Krankenhaus im benachbarten Borbeck, dem Philippusstift, steht bis heute eine meist bepflanzte Lore, die an Christian Levin, den Namensgeber der Zeche, erinnert
  • Vor der katholischen Pfarrkirche St. Michael am Langhölterweg in Dellwig wurde im Jahr 1984 ein früheres Seilrad der Zeche Levin aufgestellt
  • Vom Weidkamp, unweit der Levinstraße, zweigt die Straße Schacht Neu-Cöln in östlilcher Richtung ab. Sie führt bis zur Heegstraße nach Bochold. Auch die von ihr abzweigende Neustraße erinnert an die ehemalige Schwesterzeche der Zeche Levin. Bei beiden Straßen handelt es sich eher um eine Mischform zwischen Wohn- und Gewerbegebiet.

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Bildnachweis:

Zeche Amalie, Essen: (c) Jörn André Klatt, Pixelio

Lore: (c) Huber, Pixelio

Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

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