Der Stadtteil Borbeck im Essener Nordwesten

Das Schloss Borbeck ist nur eine Sehenswürdigkeit von mehreren

Schloss Borbeck - Thomas Max Müller, Pixelio
Schloss Borbeck - Thomas Max Müller, Pixelio
Der Stadtteil Borbeck liegt im Nordwesten der Stadt Essen. Das Schloss Borbeck außerhalb des eigentlichen Zentrums ist nicht das einzige Herzstück.

Zum Großraum Borbeck gehören neben Borbeck selbst noch einige angrenzende Stadtteile, namentlich Schönebeck, Bedingrade, Frintrop, Gerschede, Dellwig, Bochold und Bergeborbeck. Letzteres grenzt wiederum unmittelbar an den Großraum Altenessen im Essener Norden an. Der Name Borbeck leitet sich aus dem altdeutschen Wort „Bort(h)beki“ beziehungsweise Brukterer Becki ab, das heißt, die Gegend wurde ursprünglich von den Brukterern besiedelt. „Becki“ oder „Becke“ ist ein veralteter Begriff für die Worte Bach oder Flüsschen. Vermutlich ist diese Bezeichnung an den Pausmühlenbach angelehnt, der in unmittelbarer Nähe des Schlossparks hinter der Laarmannstraße in Bedingrade entspringt und in Dellwig kurz vor der Bottroper Stadtgrenze in die Berne mündet.

Die Geschichte des Schloss Borbeck

Das Schloss Borbeck wurde erstmals urkundlich im 9. Jahrhundert erwähnt, damals aber noch als Großhof. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloss durch Fürstäbtissin Franziska Christine von Pflaz-Sulzbach (1726 – 1776), die den Bau zwischen 1744 und 1764 um barocke Elemente erweitern ließ. Das Schloss wurde von mehreren Äbtissinnen als Sommerresidenz genutzt. Seit 1941 befindet sich das Schloss im Besitz der Stadt Essen.

Die Wichtigkeit des Schlosses und seiner Geschichte schlägt sich auch in den Namen der umliegenden Straßen nieder: Schlossstraße, Schlossaue, Schlosswiese, Oberer Schlosshang, Unterer Schlosshang, Fürstäbtissinstraße, Residenzaue, Fürstenbergstraße, Freiherrnweg.

Schloss Borbeck und seine Parkanlagen

Der angrenzende Schlosspark wurde seit dem 16. Jahrhundert durch mehrere Fürstäbtissinnen von einem Buchenwald in einen Waldpark umgewandelt. Heute dient der Park der Naherholung der Bevölkerung, wobei auch in jüngerer Zeit stetig Umbaumaßnahmen stattfanden. Der Teich im Schlosspark wurde Ende der 1990er Jahre teilweise umgestaltet und auch der Spielplatz unmittelbar hinter dem Schloss erfuhr zwischen 1970 und 2000 mehrere Umbauten und Umgestaltungen. Bis in die 1980er Jahre hinein gab es direkt neben dem Spielplatz einen Wasserspielplatz für Kinder mit einer Wassertiefe von etwa 30 Zentimetern. Der Wasserspielplatz verschwand jedoch schließlich, stattdessen wurde dort sowie in unmittelbarer Nähe ein Biotop angelegt.

Das Schloss selbst mit Gastronomie, Standesamt und weiteren Freizeit- und Bildungsangeboten befindet sich ebenfalls inmitten einer Wasserfläche, die noch von einer Fontäne geziert wird. Während auf dem Schlossparkteich hauptsächlich Stockenten leben, tummeln sich in dem Gewässer unmittelbar am Schloss größere Wasservögel, die sogar manchmal am Fahrbahnrand der Schlossstraße entlang spazieren.

Im neueren Teil des Schlossparks auf der anderen Straßenseite gibt es die Notenkiste, den Probenraum des Schönebecker Jugendblasorchesters, die Dubois-Arena – ein Amphitheater, in dem früher sogar Boxkämpfe ausgetragen wurden, einen kleinen Spielplatz sowie ebenfalls einen Teich. Dort leben neben Stockenten auch Blesshühner und Haubentaucher. Frösche laichen dort bevorzugt im Frühjahr.

Das Zentrum Borbecks

Die katholische Pfarrkirche St. Dionysius, von den Einheimischen auch „Borbecker Dom“ genannt, überragt mit seinem großen, schlanken Turm alles in der Umgebung. Der Borbecker Dom liegt etwa zehn Gehminuten vom Schloss entfernt.

In Borbeck gibt es eine Vielzahl von Einzelhandelsgeschäften und Dienstleistungsunternehmen wie Optiker, Fahrschulen, Floristen, Friseure, Boutiquen, Gastronomie, Drogerien und Supermärkte. Seit allerdings im Februar 2009 die Karstadt-/Hertie-Filiale mitten in Borbeck geschlossen wurde, ist das Publikumsaufkommen dort geringer geworden, sodass viele alte Borbecker befürchten, ihr Stadtteil werde irgendwann ausbluten, zumal gerade die Fluktuation von Einzelhändlern in Borbeck rasant zugenommen hat. Mittlerweile hat sich jedoch ein Investor gefunden, der an gleicher Stelle eine Kaufland-Filiale errichten will.

Dienstags und freitags findet auf dem neuen Markt direkt am Borbecker Bahnhof der Wochenmarkt statt, an den anderen Wochentagen wird dieser Platz als gebührenpflichtiger Parkraum genutzt. Bis in die 1980er Jahre hinein fand der Wochenmarkt auf dem alten Markt unterhalb des Borbecker Doms statt.

Die Sehenswürdigkeiten in Borbeck-Mitte auf einen Blick

  • Schloss Borbeck, Schlossstraße, 45355 Essen
  • Dubois-Arena, Schlossstraße, 45355 Essen (schräg gegenüber vom Schloss)
  • Dampfbierbrauerei, Heinrich-Brauns-Straße, 45355 Essen
  • Pfarrkirche St. Dionysius, Dionysiuskirchplatz, 45355 Essen nebst der Alten Custerey, in der häufiger Lesungen und Ausstellungen stattfinden
  • viele historische Häuserfassaden, insbesondere auf der Marktstraße, der Rechtstraße und am alten Markt.
Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

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